Lotto No. 4


Hahn-Doppelflinte, unbekannter, belgischer Hersteller/C. D. Tanner & Sohn - Hannover,


Hahn-Doppelflinte, unbekannter, belgischer Hersteller/C. D. Tanner  &  Sohn - Hannover, - Armi da caccia, competizione e collezionismo

Kal.: 12, Nr.: 7275, Lauflänge: 756 mm, Doppelabzug, Damastläufe, Auszieher, Langer Schlüssel-("Lefaucheux"-) Verschluß, die Hähne in ungewöhnlicher Form, da sie die seitlich herausragenden Schlagbolzen zum Zünden nach vorne schieben, die Hähne, die Schloßplatten, die Züngelplatte, der Abzugsbügel und die Basküle mit ehemals schöner Randstich-, Rosetten- und Arabeskengravur, die Laufschiene mit 'C. D. TANNER & SOHN IN HANNOVER' beschriftet, der Englische Schaft aus ausgesuchtem Nußholz mit Fischhaut und stählerner Schaftkappe, vor langer Zeit überarbeitet, gebraucht, guter Erhaltungszustand, die Stahlteile stellenweise mit Närbchen, der Lauf innen in gutem, fast blankem Zustand, der Schaft mit Reparaturstellen und einem Riß im Bereich des Halses, alter belgischer Beschuß, ehemals schöne und technisch interessante Büchsenmacherarbeit, ohne gültigen Beschuß, Sammlerwaffe A+M

Die aus Thüringen stammende Waffendynastie Tanner brachte einige hervorragende Mitglieder hervor. Den Ruhm der Büchsenmacherfamilie begründete Peter Tanner (1660-1750), der gleichzeitig Hofbüchsenmacher in Gotha und fürstlich Sächsischer Zeugwärter in Schloß Friedrichstein war. Sein Sohn Johann Casimir Tanner (1691-1764) arbeitete bis 1738 für den thüringischen Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen und errichtete später in Herzberg/Hannover eine Feuerwaffenwerkstatt für Georg II., König von England und Kurfürst von Hannover. Sein Sohn Gottfried Sigismund Tanner (1739- 1790) verließ die väterliche Fabrik und wurde 1768 kurfürstlicher Rüstmeister in Hannover. Der Büchsenmacher und Graveur Carl Daniel Tanner (1791-1858) war der Sohn von Johann Sigismund Friedrich Tanner und arbeitete in der Herzberger Gewehrfabrik, als er 1816 die Tochter des Rademachermeisters und Braubürgers aus Herzberg Fräulein Wilhelmine Reinhausen heiratete. Mit ihr hatte er vier Söhne und vier Töchter. Im Jahre 1826/27 trat Carl Daniel Tanner aus der Gewehrfabrik aus, erwarb eine Konzession bei der Hildesheimer Landdrostei zur Anstellung von sechs Gesellen zur anfänglich eigenen Fertigung von Jagdwaffen und eröffnete sein Geschäft unter dem Firmennamen C. D. Tanner. Im Jahre 1854 entstand aus der C. D. Tanner die Firma Carl Daniel Tanner & Sohn, die er mit seinem Sohn Hermann (1818-1877) gründete. Außer Hermann arbeiteten noch zwei weitere Söhne, nämlich Ferdinand (1825-1885) und Ernst Heinrich Daniel Carl (1842- 1912), im gemeinsamen Unternehmen. Beide traten als Teilhaber nach dem Tod des Vaters 1858 in den väterlichen Betrieb ein, wo sie unterschiedliche Vertretungen und Aufgaben übernahmen. Das Oberjagd-Departement wollte sich nicht entschließen einem der drei Söhne den Titel des Hofrüstmeisters zu verleihen. Dies war bedingt durch ein angeblich unklares Verständnis des Ortsbezuges der Tannerschen Firmenbezeichnung-Hannover und Lüttich. Das Geschäft in Hannover wurde noch zumindest bis 1868 unter der Firmenbezeichnung C. D. Tanner & Söhne in der Theaterstraße 15p weitergeführt. (In diesem Jahr erscheint sie noch als 'Hofrustmeister' im Adressbuch der Königlichen Residenz-Stadt Hannover.) Der älteste Sohn Hermann Tanner unter dessen Leitung das vorliegende Gewehr offenbar mit Teilen aus Lüttich gefertigt wurde, übersiedelte später nach Petersburg, wo er eine Gewehrfabrik leitete. Seine Brüder Ferdinand und Ernst Heinrich Daniel Carl Tanner arbeiteten ihrerseits in ihrer Zweigstelle, einer Gewehrfabrik in Lüttich. Diese war von 1857 bis 1871 am Lütticher Beschußamt unter 'Tanner & Co' registriert. Hier stellten sie überwiegend militärische Waffen für Russland und Serbien her, lieferten aber offenbar viele zivile, weißfertige Waffen und Waffenteile an die Firma ihres Bruders Hermann. Nach Hannovers Annektierung durch Preußen 1866 übernahm A. Scheidt als Prokurist die Leitung der Firma in Hannover. Als in Belgien die Waffenherstellung mit der Fabrique Nationale zum Staatsmonopol erhoben wurde, endete 1885 auch die Waffenproduktion im Tannerschen Unternehmen in Lüttich.

Esperto: Ing. Martin Kruschitz Ing. Martin Kruschitz
+43-1-515 60- 558

martin.kruschitz@dorotheum.at

01.10.2016 - 11:00

Prezzo realizzato: **
EUR 238,-
Prezzo di partenza:
EUR 70,-

Hahn-Doppelflinte, unbekannter, belgischer Hersteller/C. D. Tanner & Sohn - Hannover,


Kal.: 12, Nr.: 7275, Lauflänge: 756 mm, Doppelabzug, Damastläufe, Auszieher, Langer Schlüssel-("Lefaucheux"-) Verschluß, die Hähne in ungewöhnlicher Form, da sie die seitlich herausragenden Schlagbolzen zum Zünden nach vorne schieben, die Hähne, die Schloßplatten, die Züngelplatte, der Abzugsbügel und die Basküle mit ehemals schöner Randstich-, Rosetten- und Arabeskengravur, die Laufschiene mit 'C. D. TANNER & SOHN IN HANNOVER' beschriftet, der Englische Schaft aus ausgesuchtem Nußholz mit Fischhaut und stählerner Schaftkappe, vor langer Zeit überarbeitet, gebraucht, guter Erhaltungszustand, die Stahlteile stellenweise mit Närbchen, der Lauf innen in gutem, fast blankem Zustand, der Schaft mit Reparaturstellen und einem Riß im Bereich des Halses, alter belgischer Beschuß, ehemals schöne und technisch interessante Büchsenmacherarbeit, ohne gültigen Beschuß, Sammlerwaffe A+M

Die aus Thüringen stammende Waffendynastie Tanner brachte einige hervorragende Mitglieder hervor. Den Ruhm der Büchsenmacherfamilie begründete Peter Tanner (1660-1750), der gleichzeitig Hofbüchsenmacher in Gotha und fürstlich Sächsischer Zeugwärter in Schloß Friedrichstein war. Sein Sohn Johann Casimir Tanner (1691-1764) arbeitete bis 1738 für den thüringischen Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen und errichtete später in Herzberg/Hannover eine Feuerwaffenwerkstatt für Georg II., König von England und Kurfürst von Hannover. Sein Sohn Gottfried Sigismund Tanner (1739- 1790) verließ die väterliche Fabrik und wurde 1768 kurfürstlicher Rüstmeister in Hannover. Der Büchsenmacher und Graveur Carl Daniel Tanner (1791-1858) war der Sohn von Johann Sigismund Friedrich Tanner und arbeitete in der Herzberger Gewehrfabrik, als er 1816 die Tochter des Rademachermeisters und Braubürgers aus Herzberg Fräulein Wilhelmine Reinhausen heiratete. Mit ihr hatte er vier Söhne und vier Töchter. Im Jahre 1826/27 trat Carl Daniel Tanner aus der Gewehrfabrik aus, erwarb eine Konzession bei der Hildesheimer Landdrostei zur Anstellung von sechs Gesellen zur anfänglich eigenen Fertigung von Jagdwaffen und eröffnete sein Geschäft unter dem Firmennamen C. D. Tanner. Im Jahre 1854 entstand aus der C. D. Tanner die Firma Carl Daniel Tanner & Sohn, die er mit seinem Sohn Hermann (1818-1877) gründete. Außer Hermann arbeiteten noch zwei weitere Söhne, nämlich Ferdinand (1825-1885) und Ernst Heinrich Daniel Carl (1842- 1912), im gemeinsamen Unternehmen. Beide traten als Teilhaber nach dem Tod des Vaters 1858 in den väterlichen Betrieb ein, wo sie unterschiedliche Vertretungen und Aufgaben übernahmen. Das Oberjagd-Departement wollte sich nicht entschließen einem der drei Söhne den Titel des Hofrüstmeisters zu verleihen. Dies war bedingt durch ein angeblich unklares Verständnis des Ortsbezuges der Tannerschen Firmenbezeichnung-Hannover und Lüttich. Das Geschäft in Hannover wurde noch zumindest bis 1868 unter der Firmenbezeichnung C. D. Tanner & Söhne in der Theaterstraße 15p weitergeführt. (In diesem Jahr erscheint sie noch als 'Hofrustmeister' im Adressbuch der Königlichen Residenz-Stadt Hannover.) Der älteste Sohn Hermann Tanner unter dessen Leitung das vorliegende Gewehr offenbar mit Teilen aus Lüttich gefertigt wurde, übersiedelte später nach Petersburg, wo er eine Gewehrfabrik leitete. Seine Brüder Ferdinand und Ernst Heinrich Daniel Carl Tanner arbeiteten ihrerseits in ihrer Zweigstelle, einer Gewehrfabrik in Lüttich. Diese war von 1857 bis 1871 am Lütticher Beschußamt unter 'Tanner & Co' registriert. Hier stellten sie überwiegend militärische Waffen für Russland und Serbien her, lieferten aber offenbar viele zivile, weißfertige Waffen und Waffenteile an die Firma ihres Bruders Hermann. Nach Hannovers Annektierung durch Preußen 1866 übernahm A. Scheidt als Prokurist die Leitung der Firma in Hannover. Als in Belgien die Waffenherstellung mit der Fabrique Nationale zum Staatsmonopol erhoben wurde, endete 1885 auch die Waffenproduktion im Tannerschen Unternehmen in Lüttich.

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martin.kruschitz@dorotheum.at


Hotline dell'acquirente lun-ven: 10.00 - 17.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Asta: Armi da caccia, competizione e collezionismo
Tipo d'asta: Asta in sala
Data: 01.10.2016 - 11:00
Luogo dell'asta: Wien | Palais Dorotheum
Esposizione: 24.09. - 01.10.2016


** Prezzo d’acquisto comprensivo dei diritti d’asta acquirente e IVA

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